Magenüberladung beim Kaninchen

Wenn Kaninchen plötzlich das Futter verweigern und teilnahmslos in einer Ecke des Käfigs sitzen, sollte man keine Zeit verlieren und so schnell wie möglich den Tierarzt aufsuchen.
Beim Röntgen solcher Kaninchen sieht man eine starke Aufgasung des Magens mit einer Trennung in feste und gasförmige Bestandteile des Mageninhalts.
Mit Verabreichung von Öl, Fütterung aus der Futterspritze und der Injektion von Paspertin, wird versucht, den Mageninhalt samt abgeschluckter Haare zu verflüssigen und in den Dünndarm weiterzubefördern.
Mit Hilfe von Bariumsulfat als Kontrastmittel kann man die zusammengebackene Masse aus Haaren, Futter und Magensaft darstellen und sieht, wie in den folgenden Röntgenbildern von Kaninchen Justus, wie der Mageninhalt viele Stunden später weiterbefördert wird.

Abbildung 1: Kaninchen Justus bei der Einlieferung in die Praxis, Magen (rote Pfeile) stark erweitert und atonisch.

Abbildung 2: Magen direkt nach Verabreichung von Bariumsulfat als Kontrastmittel, rote Pfeile: Grenze zwischen Bariumsulfat und Futter/Haaransammlung.

Abbildung 3: Magen 4 Stunden nach Eingabe von Bariumsulfat: Es wurde kein Mageninhalt in den Dünndarm weiterbefördert.

Abbildung 4: Kaninchen Justus 12 Stunden nach Eingabe von Kontrastmittel; umhüllte Kot-Köttel im Darm mit abgehenden Haaren zu Ketten (rote Pfeile) verbunden. Magen deutlich verkleinert. Der lebensbedrohliche Zustand ist überwunden.