Vorsicht Zecken!

Zecken sind Parasiten aus der Klasse der Spinnentiere, die sich vorübergehend an der Haut ihres Wirtes festsetzen und dessen Blut saugen. Das Blut benötigen sie zur eigenen Ernährung und für die Eiablage (weibliche Zecken). Als Wirt kommen Hund und Katze, aber auch andere Säugetiere, Vögel, Reptilien sowie der Mensch in Betracht. Nach dem Saugakt, der sich über 2 bis 10 Tage erstrecken kann, lassen sich die vollgesogenen Zecken wieder von ihrem Wirt abfallen.

Die größte Bedeutung haben in Deutschland folgende 3 Zeckenarten:

1. der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)

 

 

 

 

2. die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

 

 

 

 

3. die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

 

 

 

 

Der Gemeine Holzbock ist die häufigste Zeckenart in Mitteleuropa. Er kommt besonders von März bis Juni und von September bis November vor. Die Auwaldzecke kann dagegen bei günstiger Witterung fast ganzjährig, von Februar bis Dezember, aktiv sein. Für die Braune Hundezecke, die ursprünglich in wärmeren Regionen der Erde beheimatet ist, ist der deutsche Winter zu kalt zum Überleben. Sie kann allerdings durch Reiseverkehr und Tierimporte aus dem Mittelmeerraum und Osteuropa eingeschleppt werden, in den Sommermonaten im Freien überleben und durch Überwinterung in beheizten Räumen (Wohnungen, Tierheime) auch in Deutschland ganzjährig vorkommen.

Zecken lauern auf der Wiese (Gras, Gebüsch) und im Wald, sie befallen Ihren Vierbeiner also beim Aufenthalt im Freien. Einzig mit der Braunen Hundezecke können sich Hunde auch drinnen (z. B. in Tierheimen) anstecken. Von Tier zu Tier werden Zecken nur selten übertragen.

Auf den ersten Blick sieht ein Zeckenstich meist harmlos aus. Manchmal kommt es zu einer Entzündung der durch den Stich hervorgerufenen Wunde mit Rötung und Schwellung der umliegenden Haut. Ein sehr starker Zeckenbefall kann zu einer Blutarmut führen.

Gefährlich sind Zecken jedoch deswegen, weil sie ernst zu nehmende, teilweise lebensbedrohliche Krankheiten übertragen können. Dazu zählen bakterielle Krankheiten wie Borreliose, Ehrlichiose und Anaplasmose, durch parasitäre Einzeller verursachte Erkrankungen wie Babesiose und Hepatozoonose sowie viral bedingte Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME). An FSME erkranken Hunde (im Gegensatz zum Menschen) allerdings nur selten. Die Infektionserreger werden auf Hund und Katze vor allem mit dem Speichel der Zecke übertragen, wobei zwischen dem Beginn des Saugakts und der Erregerübertragung Stunden bis Tage liegen können.

Falls Sie eine Zecke auf Ihrem Haustier entdecken, sollten Sie diese möglichst sofort entfernen. So können Sie im besten Fall noch verhindern, dass die Zecke Krankheitserreger auf Ihr Tier überträgt. Zur Entfernung wird die Zecke mit einem geeigneten Hilfsmittel (z. B. einer Zeckenzange oder Zeckenkarte) vorsichtig senkrecht aus der Haut hinausgezogen, ohne sie dabei zu quetschen. Von der Verwendung von Öl, Alkohol oder anderen Flüssigkeiten ist dringend abzuraten. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie eine Zecke sachgerecht entfernen.
Anschließend sollten Sie ein Zeckenschutz-Präparat anwenden. So werden auch noch unentdeckt gebliebene Zecken abgetötet. Zudem empfehlen wir Ihnen, die Einstichstelle in der nächsten Zeit gut zu beobachten und sich bei auffälligen Veränderungen an uns zu wenden.

Um Ihren Vierbeiner vor Zecken und insbesondere zeckenübertragenen Infektionskrankheiten zu schützen, sollten Sie Hund und Katze nach jedem Aufenthalt im Freien (mindestens einmal am Tag) sorgfältig nach Zecken absuchen und gefundene Zecken gleich entfernen. Besonders gerne sitzen Zecken an Kopf, Ohren, Achseln und Innenschenkeln.

Vorbeugend empfiehlt sich außerdem die regelmäßige Anwendung eines Zeckenschutz-Präparates über die gesamte Zeckensaison, gegebenenfalls ganzjährig. Für Hunde stehen hierfür drei Darreichungsformen zur Verfügung: Lösungen zum Auftropfen auf die Haut (sogenannte Spot-ons), medizinische Halsbänder sowie Tabletten zum Eingeben. Für Katzen gibt es Spot-on-Präparate und Halsbänder. Die Präparate unterscheiden sich unter anderem in ihrer Wirkdauer. Wichtig ist, dass sie in den vorgegebenen Abständen aufgefrischt werden, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten. Während Spot-ons und Halsbänder Zecken abwehren und abtöten, bevor sie stechen können, müssen bei Verwendung von Präparaten in Tablettenform die Zecken mit dem Blutsaugen beginnen, damit sie dem Wirkstoff ausgesetzt und abgetötet werden. Keinesfalls darf ein Zeckenschutz-Präparat für Hunde bei Katzen angewendet werden, denn dies kann durch unterschiedliche Verstoffwechselung des Wirkstoffs bei Katzen zu Vergiftungen führen.

Gerne beraten wir Sie über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Applikationsformen und finden gemeinsam mit Ihnen das Zeckenschutzpräparat, das für Ihr Haustier am besten geeignet ist.

 

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